Heim versus mobile Pflege

Auswahl variiert je nach Wohnort stark

Das Pflege- und Betreuungsangebot ist regional kaum vergleichbar. Obwohl sich der Wissensstand durch die Einführung des Pflegefonds bedeutend gebessert hat, fehlen noch verlässliche Datengrundlagen über die Versorgungssituation.

Fehlende Qualitätsstandards

Lebenswelt Heim, der Bundesverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs, ist ein gemeinnütziger Verein und verbindet seit 1994 unter seinem Dach rund 700 Leiterinnen und Leiter von Alten- und Pflegeheimen mit insgesamt circa 40.000 Mitarbeitern. Unterschiede in Österreich „Wird ein älterer Mensch pflege- oder betreuungsbedürftig, stellt das die Betroffenen und die Angehörigen in Österreich vor große Herausforderungen“, weiß auch Arbeiterkammer- Präsident Rudolf Kaske. „Ob Pflege und Betreuung von den Angehörigen oder von professionellen Kräften geleistet wird, ist stark vom Angebot abhängig und leider nicht von den Bedürfnissen der Betroffenen. Dieses Angebot ist in Österreich je nach Region höchst unterschiedlich vorhanden und oft von Mangel gekennzeichnet. Wir haben es hier mit einem Fleckerlteppich zu tun.“

Vergleiche sind schwer möglich

Das Pflege- und Betreuungsangebot ist dabei regional kaum vergleichbar. Obwohl sich der Wissensstand durch die Einführung des Pflegefonds bedeutend gebessert hat, fehlen noch verlässliche Datengrundlagen über die Versorgungssituation. Doch schon die vorhandenen Daten zeigen, wie unterschiedlich die Betreuung je nach Bundesland ist. Wien erbrachte beispielsweise rund 5,7 Mio Leistungsstunden im Bereich der mobilen Dienste, was einem Versorgungsgrad von 46 Stunden je Einwohner im Alter von 75 und älter entspricht. Den höchsten Versorgungsgrad hat Vorarlberg mit 64 Leistungsstunden (allerdings inkl. 24- Stunden-Betreuung), der niedrigste Versorgungsgrad in der Steiermark beträgt neun Leistungsstunden.

Bei den stationären Diensten gibt es in der Steiermark mit 12.100 und in Oberösterreich mit 12.000 Plätzen das höchste Angebot, den höchsten Versorgungsgrad hat Salzburg mit 131. Qualitätsoffensive Über die Qualität der Einrichtungen oder darüber, ob die Zahl der Einrichtungen bzw. Betten auch der tatsächlichen Nachfrage entspricht, sagen diese Zahlen freilich nichts aus. Der Bedarf variiert natürlich nach Bundesland, aber dezidierte Erhebungen, auf deren Basis dann ein gezielter Ausbau erfolgen kann, sind nicht die Regel – Ausnahme ist hier Niederösterreich, wo bereits eine genaue Bedarfserhebung durchgeführt wurde. Hinsichtlich der Qualitätsstandards gibt es zwar Verordnungen, diese sind aber je nach Bundesland sehr unterschiedlich und stellen oft auch nur die Mindestansprüche dar und entsprechen kaum dem, was man von einem zeitgemäßen Pflegekonzept erwarten sollte.

Fehlende Qualitätsstandards

Einheitliche Qualitätsstandards für die Pflege müssen entwickelt werden. Nur so ist eine seriöse Abschätzung des weiteren Bedarfs möglich. Auch wenn durch den Pflegefonds jetzt erstmals Daten für Gesamt- Österreich gesammelt werden, so ist die Datenlage über die Versorgungssituationen, Angebotslücken und Arbeitsverhältnisse sehr mangelhaft. Kaske fordert daher, diese Wissenslücken auch über das Instrument des Pflegefonds zu schließen: „Das Ziel muss lauten: verlässlich gute Pflege und Betreuung für Pflegebedürftige, Angehörige und Beschäftigte gleichermaßen. Egal wo in Österreich.“

@FOTO:SAMARITERBUND

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