Pflegende Angehörige

Verantwortung liegt oft bei Angehörigen

Für die Angehörigen ist eine echte Wahlfreiheit zwischen Inanspruchnahme von professionellen Pflege- und Betreuungsdienstleistungen und der Pflege in Eigenregie samt Aufgabe der eigenen Erwerbstätigkeit häufig nicht gegeben. Das trifft in erster Linie Frauen.

70% der pflegenden Angehörigen fühlen sich überbelastet

Die Verantwortung dafür, die Pflege zu organisieren, liegt oft bei den Angehörigen. Für Berufstätige bieten die neu eingeführte Pflegekarenz und Pflegeteilzeit eine wichtige Hilfe, binnen maximal drei Monaten das richtige Angebot zu finden. Aber es fehlt ein einheitliches, systematisches und vor allem auch flächendeckendes „Case-and-Care-Management“. Das ist notwendig, um das richtige Betreuungs- und Pflegeangebot zu finden – es spart Kosten und vermeidet Fehlanreize.

Neben der Pflege in der Pension (45 % der Hauptpflegepersonen sind älter als 60 Jahre) gibt es in Österreich 436.000 Menschen im Haupterwerbsalter zwischen 15 und 64 Jahren, die ihre Angehörigen pflegen. 70 % der pflegenden Angehörigen fühlen sich bei ihrer Betreuungs- und Pflegearbeit überbelastet. Mit 275.000 Personen sind knapp zwei Drittel der pflegenden Angehörigen im Haupterwerbsalter Frauen. Das ent spricht zehn Prozent der erwerbsfähigen Frauen insgesamt (Männer: 161.000 bzw. sechs Prozent.) 146.000 Menschen im erwerbsfähigen Alter, die Angehörige pflegen, sind ohne Arbeitseinkommen. Zwei Drittel davon (103.000) sind Frauen.

Die Profis wissen, wo es welche Leistungen gibt, sie erstellen einen entsprechenden Betreuungsplan und organisieren die Durchführung. Ein Ansatz in diese Richtung sind die Beratungszentren für Pflege und Betreuung in Wien. Neben dem Angebot spielen für viele Familien auch die Kosten eine Rolle, da das Pflegegeld alle Aufwendungen nur pauschal abgilt und ein nicht unwesentlicher Teil aus dem Einkommen der Pflegebedürftigen und der Angehörigen geleistet wird. Eine echte Wahlfreiheit für die Familien bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist somit nicht gegeben.

453.000 Personen haben im April 2014 Pflegegeld bezogen und waren somit pflegebedürftig. Je nach Pflegebedarf wird Pflegegeld in unterschiedlicher Höhe gewährt. Wobei sich mit 52 % der Großteil auf die untersten beiden Pflegestufen aufteilt.

Weitere Infos unter Service

@FOTO:PIXELIO.DE

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