Qualitätsstandards

Ein erster Schritt ist getan

Das im Vorjahr eingeführte Nationale Qualitätszertifikat für Alten- und Pflegeheime in Österreich (NQZ) schafft eine klar verständliche Vergleichsbasis für die Qualität der Einrichtungen.

Ausbau der professionellen Pflege

Aus Sicht der Beschäftigten ist die Pflege und Betreuung alter Menschen eine sinnvolle Tätigkeit, verbunden mit einer hohen prinzipiellen Zufriedenheit mit dem Beruf, wie im Arbeitsklima- Index der AK Oberösterreich erhoben worden ist. Die Rahmenbedingungen für die überwiegend weiblichen Beschäftigten sind aber schwierig, wie die Gewerkschaften aus der Praxis wissen: Einerseits ist die Branche von einem hohen Anteil an Teilzeit und daraus resultierend niedrigen Einkommen sowie geringen Aufstiegschancen gekennzeichnet. Auch herrscht vielerorts Personalmangel, der Arbeitsdruck und die Überstunden steigen. „Dass dabei das Gespräch und die Zuwendung an die pflegebedürftigen Menschen zu kurz kommen, belastet die Beschäftigten ebenso wie die Betroffenen und deren Angehörige“, so Arbeiterkammer-Präsident Kaske. Ein Ausbau der professionellen Pflege und Betreuung für zu Hause und eine ausreichende Ausstattung der institutionellen Pflege ist aus Sicht von Arbeiterkammer und Gewerkschaften dringend notwendig.

So haben sich schon eine Reihe von Alten- und Pflegeheimen Gedanken darüber gemacht, wie sie ihren Bewohnern den Aufenthalt angenehmer und unterhaltsamer gestalten können. Und die Angebote gehen weit über Bunte Abende hinaus. So hat etwa das Altenheim Münichholz gemeinsam mit einer Expertin ein Gartentherapie-Programm entwickelt. Das Senioren- und Pflegewohnhaus Friedberg der Caritas veranstaltet monatlich Stammtische und kulinarische Plauderein für die Bewohner und deren Angehörige. Das Landesplegeheim St. Peter/Au wiederum bietet neben vielen Aktivitäten, Festen und Veranstaltungen auch eine spezielle Betreuung für Demenzpatienten.

Gute Ideen, die Schule machen

Das im Vorjahr eingeführte Nationale Qualitätszertifikat für Alten- und Pflegeheime in Österreich (NQZ) geht einen Schritt weiter und schafft eine klar verständliche Vergleichsbasis für die Qualität der Einrichtungen. Von den rund 850 Alten- und Pflegeheimen sind derzeit 34 Häuser mit diesem neuen Gütesiegel ausgezeichnet (detaillierte Infos gibt es im Internet unter www.nqz-austria.at). Das Qualitätszertifikat betrifft aber nicht nur jene Faktoren, die für die Bewohner bzw. deren Angehörige wichtig sind, sondern bewertet auch das Arbeitsumfeld der Pflegekräfte, ein Punkt, der im Zusammenhang mit der Situation der Altenpflege in Österreich immer wieder – mit gutem Grund – kritisiert wird.

Ausgezeichnete Pflege

Das NQZ zeichnet sowohl öffentliche als auch private Einrichtungen aus, die ihren Bewohnern hinsichtlich einer möglichst individuellen und den persönlichen Wünschen und Bedürfnissen entsprechenden Lebensgestaltung deutlich mehr bieten, als gesetzlich vorgeschrieben ist. Verliehen wird das Zertifikat nach einem umfassenden Monitoring, bei dem neben den Angeboten für die Bewohner auch die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter, die Fort- und Weiterbildungmöglichkeiten, das Unternehmensklima oder die interne Kommunikation nach einem streng definierten Kriterienkatalog bewertet werden, für drei Jahre. Danach muss es neu beantragt werden. Aktuell tragen in Österreich 34 Alten- und Pflegeheime dieses Gütesiegel, wobei Niederösterreich mit insgesamt sieben ausgezeichneten Häusern das inoffizielle Bundesländerranking anführt.

13. österr. Kongress f. Führungskräfte in der Altenarbeit

NQZ-Verleihung an das NÖ Landespflegeheim St. Peter in Au im Rahmen des Altenpflegekongresses im Juni 2014 in Eisenstadt (v. l. n. r.): HR Dr. Otto Huber, NÖ Landesregierung; Direktorin Sylvia Seibert, St. Peter/Au; Mag. Helene Lattacher, NÖ Landesregierung; Pflegedienstleiterin Renate Lokway, St. Peter/Au; Dr. Edeltraud Glettler, Sektionschefin Sozialministerium; Landesrat Dr. Peter Rezar

@FOTOS:SAMARITERBUND, LAND NIEDERÖSTERREICH

 

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