Reisen

Uneingeschränkt unterwegs

Moderne Senioren sind mit den älteren Menschen früherer Zeiten nicht zu vergleichen. Heute kann man auch mit körperlichen Einschränkungen eine breite Palette von ganz speziellen Freizeitangeboten nützen, um die ganze Welt zu bereisen. Dabei bieten sich vor allem auch sehr viele attraktive Möglichkeiten für jede Menge Abwechslung in Gesellschaft mit anderen Senioren.

90285377_11Die Generation „60 plus“ ist in Österreich aktiv wie nie. Ganz hoch im Kurs bei den Senioren steht das Reisen. Da sich immer mehr Senioren vorstellen können, einen betreuten Reiseservice in Anspruch zu nehmen, gibt es mittlerweile bereits sehr viele verschiedene Reiseveranstalter, die so einen speziellen Service bieten. Zunächst waren es in der Hauptsache diverse gemeinnützige Organisationen, die kürzere Reisen mit Betreuung durch einen Arzt für ältere Menschen angeboten haben.
Jetzt übernehmen wegen der hohen Nachfrage auch immer mehr professionelle Veranstalter dieses Modell. Die Urlauber haben deswegen die Möglichkeit, zwischen solchen privaten Dienstleistern und gemeinnützigen Organisationen zu wählen, manchmal kommt es auch zu Kooperationen aus beiden Bereichen. So haben ältere Menschen viele Chancen, ihr Leben selbst bei einer Krankheit noch zu genießen, indem sie einen Traumurlaub machen.

Dem Alltag entfliehen, in geselliger Runde fremde Orte und Kulturen erleben – einfach wieder einmal Urlaub machen. Dieses Gefühl von Fernweh muss man wegen körperlicher Einschränkungen nicht unterdrücken. Doch man muss den Urlaub planen, denn eine Reise bringt in den meisten Fällen erhebliche körperliche Anstrengungen mit sich. Bei einer Urlaubsreise ist oft eine lange Anfahrt notwendig, auf Besichtigungstouren kommt hinzu, dass ältere Menschen manchmal viele Stunden auf den Beinen sein müssen, was ebenfalls eine erhebliche Belastung darstellt. Besonders schwierig ist auch der Transport der schweren Gepäckstücke, der viele ältere Menschen überfordert.

Vor genau zehn Jahren hat das Rote Kreuz zum ersten Mal „Betreutes Reisen“ angeboten.
In der Zwischenzeit gibt es dort auch Urlaube für Demenzkranke und deren Angehörige.
„Unser Ziel ist es, vom ersten Moment an für Urlaubsfreude zu sorgen. Wer mit uns unterwegs ist, braucht sich weder mit organisatorischen noch mit gesundheitlichen Fragen belasten – dafür ist unser erfahrenes Rotkreuz-Team zuständig. Rundum-Service, entspannte, fröhliche Atmosphäre und Hilfeleistungen im Bedarfsfall, das sind die wesentlichen ‚Zutaten‘ unseres Erfolgsrezeptes“, erklärt Oberösterreichs Rotes-Kreuz-Präsident Dr. Walter Aichinger.
Für Reisende, die sich altersbedingt ohne ihren Rollstuhl nicht gut fortbewegen können, oder die große Schwierigkeiten mit dem Laufen haben, steht bei diversen Spezialisten eine Rundum-Betreuung und natürlich ein Shuttleservice zur Verfügung. Die ärztliche Begleitung ist bei einem Seniorenurlaub schon fast eine Selbstverständlichkeit. Der Arzt gehört quasi mit zur Reisegruppe. Wird er gebraucht, dann ist er da. Das ist ein hervorragender Service, den die Reiseunternehmen anbieten, denn er gibt den auf Hilfe angewiesenen Menschen große Sicherheit. Auch wenn die ärztliche Hilfe während des Urlaubs nicht in Anspruch genommen werden muss, so ist doch alleine die Anwesenheit eines Mediziners eine Beruhigung.
Menschen, die aufgrund einer Krankheit regelmäßig einen Arzt aufsuchen müssen, können ohne medizinische Versorgung nicht verreisen. Auf Reisen ist es normalerweise sehr schwer, auf die Schnelle einen vertrauensvollen Mediziner zu finden, besonders dann, wenn man ins Ausland reist und die Landessprache nicht beherrscht. Während einer Urlaubsreise können außerdem die Risiken zusätzlich ansteigen, sodass in diesem Fall eine ständige medizinische Versorgung notwendig wird.

Gut organisierte Reisen
„Senioren und Ruheständler bilden mittlerweile eines der größten Urlaubersegmente im Reisemarkt. Viele Senioren sind bis ins hohe Alter aktiv und nutzen gerne ihre freie Zeit zum Verreisen. Dabei wollen sie vor allem Reiseziele kennenlernen, die sie in früheren Jahren nicht erleben konnten, weil sie wegen ihrer Kinder keine Zeit hatten oder unter Umständen jahrelang durchgehend arbeiten mussten“, sagt Mathias Ziegler, Geschäftsführer des Internetportals Seniorenreisen.info. „Dabei spielt die Art des Urlaubs keine große Rolle. Es kann sich um eine Rundreise handeln, um einen Badeaufenthalt, um eine Kreuzfahrt oder um eine genüssliche Kurzreise. Die modernen All-Inclusive-Reisen für Senioren nehmen nahezu alle mit ins Boot und versuchen, ihren Gästen so viele Strapazen wie möglich abzunehmen.“
Auch ein Rollstuhl ist kein Hindernis. Kreuzfahrten haben sich in den letzten Jahren bewährt, denn besonders bei älteren, in der Bewegung eingeschränkten Menschen kommen Schiffsreisen gut an. Kein Wunder, denn die Wasserwege machen ein bequemes Reisen möglich und sorgen obendrein noch für Abenteuer. Die Leistungen sind umfassend, Senioren sind an Bord gut aufgehoben. Für Abwechslung sorgt ein buntes Sightseeing-Programm, für Entspannung sorgen die Ruhezeiten an Deck. Das Essen und die Belustigung am Abend runden das Erlebnis ab.

„Zu den beliebtesten Reisearten für Senioren zählen Kreuzfahrten, Wellness- und Kuraufenthalte sowie längere Fernreisen im Winter, um der klirrenden Kälte in der Heimat zu entfliehen“, erklärt Ziegler.
In Österreich organisiert der heimische Veranstalter „Seniorenreisen“ (der nichts mit dem oben genannten Internetportal zu tun hat) seit über 40 Jahren im Auftrag des Pensionistenverbandes Österreichs für die ältere Generation Gruppenreisen in die ganze Welt. Begonnen hat alles 1972 als bescheidene Fahrt mit dem Bus, mittlerweile gibt es ein vielfältiges Angebot. Am bekanntesten sind die sogenannten einwöchigen „Treffen“ im Frühling und im Herbst, bei denen während der Vor- und Nachsaison bis zu 30.000 reiselustige Pensionisten an die schönsten Plätze Europas gebracht werden.

Senioren auf Tour

Unter dem Motto „I bin dabei“ ging es diesen Herbst für eine Woche nach Slowenien. Kultur-, Fern- und Städtereisen sowie „Baden & Aktiv“-Urlaube runden das breite Angebot des Reiseveranstalters, das sich durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis auszeichnet, ab. Die perfekte Organisation und (u. a. medizinische) Betreuung sowie der stärker werdende Wunsch der Pensionisten nach einem positiven Gemeinschaftserlebnis sind Gründe für den anhaltenden Erfolg.
Dazu sagt Geschäftsführer Otto Späll: „Heutzutage sind die ‚Pensis‘ so reiselustig wie noch nie, es fehlt ihnen aber oft die richtige Begleitung. Der Wunsch, mit Gleichgesinnten Neues zu entdecken und sich dabei auf eine perfekte Abwicklung mit bestem Service verlassen zu können, wird bei ‚SeniorenReisen‘ einfach erfüllt. Aus unserer jahrelangen Erfahrung in der Organisation von Urlauben für die ältere Generation entstand ein inkludiertes Leistungs- und Versicherungspaket ohne versteckte Kosten, das seinesgleichen sucht.“

Im Preis sind, neben der An- und Abreise per Bus, Nächtigungen mit Vollpension, die Ausflüge plus Eintritte laut Programm, ein Begrüßungsfest, Kofferservice sowie die Betreuung durch deutschsprachige Reiseleiter und Ärzte samt umfassendem Versicherungspaket inbegriffen. (Telefonische Buchung: 01/313 72 0.)

Feiner Familienurlaub

Für die Großelterngeneration ist ein Urlaub mit den Enkerln ein ganz besonderes Erlebnis, doch in Familienhotels ist es oft zu anstrengend: Dort gibt es viele Kinder, viel Lärm und ständige Action – dabei bleiben Ruhe und Erholung auf der Strecke. Im Südtiroler Cavallino Bianco Family Spa Grand Hotel ist das anders. Das auf vielen Tourismusplattformen hoch bewertete Haus in St. Ulrich im Grödental (u. a. HolidayCheck-Award 2014, Travelers’ Choice Award 2014 auf TripAdvisor) ist bekannt für das Bestreben, allen Generationen ein perfektes Urlaubsambiente zu bieten.
Die „older generation“ findet überall genügend Rückzugsmöglichkeiten und einen großzügigen Wellnessbereich, ausschließlich für Erwachsene. Das Luxus-Spa ist 2.900 m² groß, hat eine großzügige In- und Outdoor-Poollandschaft mit 660 m² Gesamtwasserfläche, beheiztem Außenwhirlpool und „visionärem“ Dolomitenblick. Es gibt ein Beauty-Center, einen Sauna-Dome und eine Relax-Lounge mit großen, gemütlichen Ruhebetten samt Feuerstelle.
Die Kinder haben seit dem Vorjahr einen erweiterten Lino’s Beach Club, in dem sie sich voll austoben können. Im 1.250 m² großen Kinderparadies „Lino-Land“ gibt es 90 Stunden Animation durch 20 mehrsprachige „Kids-Coaches“ sowie Babybetreuung bereits ab dem ersten Monat.

Die Küche von Tobias Schmalz und Nico Pretin bietet die volle Auswahl für den großen und kleinen Hunger: Es gibt Buffets zum Frühstück, zu Mittag und am Nachmittag. Am Abend wird zusätzlich zum fünfgängigen Wahlmenü ein großes Salat- und Vorspeisenbuffet kredenzt. Für einen kleineren Rahmen bieten sich die gemütlichen Tiroler Stuben an.
Großeltern, die mit der Familie ins Cavallino Bianco fahren, können mit einem „weisen“ Angebot rechnen: Im „Classic Room“-Doppelzimmer gibt es für sie 20 % Rabatt auf die „Cavallino Bianco All-inclusive-Preise“, im Einzelzimmer zahlen sie nur 20 % statt 50 %. (Telefonische Buchung unter: +39/(0)4717 83 333).

Barrierefrei hoch hinaus
Wie gut sich Barrierefreiheit mit alpinen Regionen verträgt, beweist das Kaunertal, das im Vorjahr von der Europäischen Union mit dem EDEN-Award ausgezeichnet wurde. Die Ferienregion bietet nicht nur barrierefreies Wandern, Langlaufen für Rollstuhlfahrer und Alpinskifahren für Querschnittgelähmte, sondern auch Mobilitätshilfen wie z. B. Swiss Tracs, ein spezielles Antriebssystem, das es Rollstuhlfahrern ermöglicht, die vielen hochgelegenen Almen des Tales zu besuchen. Auch die Kaunertaler Gletscherbahnen haben ihr Angebot stetig ausgebaut, sodass Gäste sogar die Aussichtsplattform mit Dreiländerblick auf 3.108 m Höhe barrierefrei besuchen können. Bestens geschultes Personal mit langjähriger Erfahrung im Umgang mit Menschen mit Behinderung an den Bahnen und Liften ist ein weiterer Schlüssel zum Erfolg. Niederflurbusse für Gruppen (Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte) stehen auf Anfrage bereit. Und das Angebot wird laufend erweitert. Bis 2018 soll etwa die Verpeilschlucht samt Wasserfall sowie der Zugang zur geplanten Aussichtsplattform „Seitwand“ – 140 m über dem Kaunertal mit traumhaftem Blick barrierefrei sein.

Reisen mit Begleitung

Auch wenn Menschen durch gesundheitliche Umstände eingeschränkt sind, so muss dies nicht bedeuten, dass eine erholsame und schöne Reise nicht angetreten werden kann. Es gibt viele Reiseveranstalter, die spezielle Seniorenreisen oder „Reisen mit Begleitung“ anbieten, so dass Gäste auch im hohen Alter nicht auf die Vorzüge einer Reise oder eines Erholung stiftenden Urlaubs verzichten müssen.
„Dabei sind diese Reisen besonders auf die angesprochene Altersklasse abgestimmt und bieten sowohl ärztliche Betreuung vor Ort als auch einen hohen Komfort, vom Transport, der meistens per Reisebus erfolgt, bis hin zur Unterbringung der Reiseteilnehmer in barrierefreien und seniorengerechten Hotels“, erklärt Ziegler. „Zusätzliche Besonderheit bei Seniorenreisen ist, dass diese als Gruppenreisen veranstaltet werden, somit sind auch alleinstehende Senioren niemals solo unterwegs.“ Deswegen erfreuen sich solche Reisen auch bei Singles der Generation 60 + wirklich großer Beliebtheit. Begleitet werden diese Reisen in der Regel von deutschsprachigen Reiseleitern, damit eine durchgehende Verständigung in Problemfällen gewährleistet ist. Außerdem kümmern sich die Veranstalter um ein seniorengerechtes Ausflugsprogramm, damit solche Touren nicht zu einer enormen Belastung für die älteren Reiseteilnehmer werden. „Gerade Menschen im fortgeschrittenen Alter, die bereits unter Erkrankungen wie Demenz, Parkinson leiden oder bereits einen Schlaganfall hatten und mit bleibenden Schädigungen zu kämpfen haben, sind mit einem Seniorenurlaub gut beraten, denn bei dieser speziellen Reiseform ist die Betreuung durch medizinisches Fachpersonal inklusive“, stellt Ziegler fest.
Deshalb sollte ein gutes Reiseangebot für Senioren immer die Betreuung durch einen Arzt und entsprechend auch durch fachkundiges Pflegepersonal beinhalten. Dies ist auch besonders wichtig, wenn Reisen mit Alzheimer-Patienten geplant werden. Dabei geht es ja nicht nur darum, dass eine Versorgung im Notfall sicher ist, sondern in erster Linie darum, dass auf die Einnahme der Medikamente geachtet wird. Zudem können auch während der Reise bei Bedarf neue Medikamente durch den Arzt verordnet werden.

Immer häufiger entscheiden sich ältere Menschen bewusst für betreutes Reisen, auch wenn keine Erkrankungen wie Demenz oder Parkinson vorliegen, denn auch wer im Alter ein erhöhtes Risiko aufweist, einen Schlaganfall zu erleiden, sollte auf die Betreuung durch einen Arzt und passendes Pflegepersonal im Urlaub nicht verzichten müssen. Und auch für die Gehbehinderten sind speziellen Angebote sehr gut geeignet, denn durch die professionelle Betreuung können auch sie an Ausflügen teilnehmen – und zwar ohne selbst für das Pflegepersonal auf Reisen sorgen zu müssen.
Bei Pflegebedürftigkeit oder Demenz trauen sich Angehörige einen gemeinsamen Urlaub oft nicht zu. Doch mit Hilfe von spezialisierten Veranstaltern ist das gemeinsame Verreisen gut zu organisieren. Es gibt eine Vielzahl von spezialisierten Veranstaltern, die betreutes Reisen oder auch Pflegereisen im Programm haben. Dabei handelt es sich meistens um kleinere bis mittlere Hotels, die eine Kooperation mit einem ortsansässigen Pflegeunternehmen eingegangen sind.
Während der Pflegebedürftige an verschiedenen Aktivitäten unter pflegerischer Aufsicht teilnimmt, haben die Angehörigen Zeit, sich zu entspannen oder die Landschaft zu erkunden. Abends trifft man sich dann zum gemeinsamen Abendessen und kann den Angehörigen von den Erlebnissen des Tages erzählen.
Durch die professionelle Betreuung der Pflegefachkräfte blühen die Pflegebedürftigen mit demenziellen Tendenzen sehr oft auf. Das zeigt sich durch mehr Bereitschaft zum Dialog ebenso wie durch eine Verbesserung des allgemeinen Seelenzustands.

Und die pflegenden Angehörigen können von solchen Angeboten ebenfalls stark profitieren. Neben der gebotenen Zeit zur Erholung werden oft auch spezielle Kurse für Angehörige veranstaltet. Dort werden dann Grundlagen der Pflege sowie hilfreiche Tipps und Tricks im Umgang mit Menschen mit Demenz vermittelt.
„Nach dem gemeinsamen Urlaub zählen somit beide Seiten zu den Gewinnern“, ist Ziegler vom Internetportal Seniorenreisen.info überzeugt. „Der Pflegebedürftige hatte nochmals Gelegenheit, mit seinen Liebsten zu verreisen, Kontakte zu knüpfen und neue Dinge zu erleben. Die Angehörigen konnten sich entspannen und fundiertes Fachwissen rund um das Thema ‚Pflege & Betreuung‘ sammeln.“

@FOTO: GETTY IMAGES

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